Einführung
Dieses Thema wird sich mit den gängigsten Wirtschaftsformen befassen und auch auf ihre Abarten hinweisen. Auch hier wollen wir die beste dieser Formen auswählen. Schliesslich krönen wir jene, welche dem Individuum die meisten Vorteile bietet.
Für eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Begriffe ist wiederum ein Lexikon von grossem Nutzen. In den folgenden Kapitel werden die Wirtschaftsformen klassisch erklärt und nur die wesentlichsten Punkte analysiert.
Wirtschaftsformen
Grundsätzlich kennen wir die folgenden drei Wirtschaftsformen:
- Freie Marktwirtschaft
- Zentrale Marktwirtschaft (Planwirtschaft)
- Soziale Marktwirtschaft
Bevor wir die einzelnen Wirtschaftsformen unter die Lupe nehmen, bedarf es der Erklärung der Marktwirtschaft. Wie der Name bereits ausdrückt, hat sie etwas mit Markt, Handel und Gewerbe zu tun. Dem Begriff Marktwirtschaft liegen drei Elemente zu Grunde: Angebot, Nachfrage und Preis.
Alle drei Elemente stehen in einer bestimmten Abhängigkeit zueinander. Die Art dieser Abhängigkeit definiert die Marktwirtschaft. Sie wird so zur zentralen, sozialen oder freien Marktwirtschaft. Fügt man diesen Wirtschaftsformen weitere Elemente hinzu oder entfernt man solche, entstehen Abarten [INFO]. Diese Abarten haben dann auch vielfach nichts mehr mit dem Begriff Markt gemein.
Unter dem Begriff Markt verstehen wir ganz allgemein das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage. Im realen Leben geben wir auch jenem Ort den Namen Markt, wo wir Früchte, Gemüse und überhaupt unsere Güter besorgen. Haben wir ein Bedürfnis, also eine Nachfrage, dann gehen wir zum Markt, wo wir es stillen können, wo es ein Angebot gibt.
Freie Marktwirtschaft
Beginnen wir mit der freien Marktwirtschaft, damit die Abhängigkeit zwischen Angebot, Nachfrage und Preis bereits zu Beginn geklärt ist. Zur einfachen Verständigung möchte ich dieses Wirtschaftssystem anhand eines Beispiels erläutern:
Die meisten Leser essen sicher gerne Äpfel, aber nur die wenigsten werden zu Hause im Garten einen eigenen Apfelbaum stehen haben. Um aber die Lust nach einem saftigen Apfel zu stillen, begeben wir uns zum Markt und kaufen uns diese Frucht. Leider hat die Natur so ihre Eigenheiten und lässt die Äpfel nur im Spätsommer und Herbst reifen. Während der übrigen Zeit tragen die Bäume keine Früchte. Folglich haben wir ein grosses Angebot an Äpfeln während ihrer Reifezeit, aber nur ein kleines Angebot (oder auch gar keines) während der übrigen Zeit. Der Konsument richtet sich nach dem Angebot. Wenn keine Äpfel angeboten werden können, kann er natürlich auch keine konsumieren. Trotzdem besteht der Wunsch, also die Nachfrage nach einer solchen Frucht sicher auch im Frühling oder im Winter. Da während dieser Zeit das Angebot aber gering ist (geringer als die Nachfrage), steigt der Preis; umso mehr, je kleiner das Angebot wird. Der eine oder andere Konsument wird sich diesem hohen Preis fügen und auf die Frucht verzichten. Somit reicht das Angebot für die übrigen aus, welche den hohen Preis in Kauf nehmen.
Je näher wir der Erntezeit für Äpfel kommen, desto mehr steigt auch die Nachfrage nach Äpfeln. Während der Erntezeit übersteigt aber plötzlich das Angebot die Nachfrage. Es entsteht ein Überangebot an Äpfeln. Da der Preis inzwischen aber sehr teuer geworden ist und sich die Äpfel dadurch nur noch schlecht oder gar nicht mehr verkaufen lassen, müssen die Apfelproduzenten reagieren. Die Früchte würden sonst zu faulen beginnen. Um die Frucht nun an den Mann bringen zu können, muss infolgedessen der Preis fallen. Da die Äpfel jetzt günstig zu haben sind, kommen auch immer mehr Kunden zum Markt. Aufgrund des tiefen Preises werden auch jene Kunden wieder Äpfel kaufen, die zuvor verzichtet haben. Sobald aber die Nachfrage das Angebot übersteigt, also ein Nachfrageüberhang entsteht, wird der Preis wieder steigen; umso höher, je mehr sich das Angebot – jahreszeitlich bedingt – wieder reduziert.
Damit dieses Zusammenspiel zwischen Angebot, Nachfrage und Preis aber auch funktionieren kann, ist Wettbewerb beim Angebot unbedingt erforderlich. Es gibt in der freien Marktwirtschaft somit nicht nur einen einzigen Anbieter für Äpfel sondern mehrere, also mindestens zwei. Weil nun jeder Anbieter von seinem Produkt überzeugt ist, entsteht Wettbewerb. Die Mitbewerber werden zu maximaler Leistung angetrieben, um ihre Äpfel unter die Kunden zu bringen. Es entsteht Konkurrenz.
Gäbe es nur einen einzigen Apfelbauer, wäre dieser nicht gezwungen, den Preis anzupassen, da die Kunden nur bei ihm einkaufen könnten. Er würde den Preis höchstens soweit in die Höhe treiben, bis auch der letzte Kunde auf Äpfel verzichtet. Aber das wäre dann keine freie Marktwirtschaft mehr sondern ein Monopol, der schlimmste und zugleich tödlichste Feind einer funktionierenden Wirtschaft.
Die Konkurrenz sorgt nun dafür, dass ein Monopol nicht entstehen kann. Denn steigt der Preis bei einem Anbieter, so hat ein anderer die Möglichkeit, diesen tief zu halten. Die Kunden haben somit immer die freie Wahl, ihren Anbieter auszuwählen und den günstigsten zu bevorzugen. So ist der Begriff freie Marktwirtschaft entstanden.
Wechseln die Kunden zu einem Anbieter mit günstigerem Preis, bleiben die anderen auf ihrer teuren Ware sitzen. Die Nachfrage nach deren Produkten hat abgenommen. Sie werden den Preis senken müssen, um die Kunden zurückzugewinnen, sonst verdirbt einerseits die Ware und andererseits bleibt der Verdienst aus. Der Anbieter mit tiefem Preis hat durch den Kundenansturm hingegen einen Nachfrageüberhang, den er mit seinem Angebot möglicherweise nicht abdecken kann. Als Folge könnte er den Preis erhöhen, bis seine Kunden zu einem weiteren Anbieter mit besserem Preis wechseln.
Auf diese Weise pendeln sich Angebot, Nachfrage und Preis automatisch ein. Es entsteht ein gerechter Preis. Der gerechte Preis muss aber nicht der billigste sein. Es gibt eine Menge Faktoren, die in der Realität den Preis beeinflussen. Qualität, Zusatzleistungen, Kundenfreundlichkeit und Effizienz sind nur ein paar Faktoren, die sich auch auf den Preis auswirken können. Der Kunde bestimmt das mit seinem Kaufverhalten, der Nachfrage nach eben diesen Faktoren.
Zusammengefasst heisst das, dass Angebot und Nachfrage den Preis regeln. Diese drei Elemente sich selbst überlassen regulieren den Markt.
Man merke:
Überangebot = kleiner Preis
Nachfrageüberhang = hoher Preis
Zusammenfassend gilt für die freie Marktwirtschaft:
Allein der Konsument bestimmt mit seiner Nachfrage das Angebot und damit verbunden den Preis.
Hinweis:
Kein einziger Staat praktiziert die freie Marktwirtschaft als Wirtschaftsform.
Zentrale Marktwirtschaft
Wechseln wir über zur zentralen Marktwirtschaft – oder Planwirtschaft, wie sie auch genannt wird. Diese Wirtschaftsform wird vor allem in Staaten mit kommunistisch-sozialistischem Gedankengut betrieben. Das Wirtschaftssystem der ehemaligen Sowjetunion basierte auf dieser Wirtschaftsform.
Heute ist es vor allem China, das nach wie vor auf die zentrale Marktwirtschaft setzt (sich in den letzten Jahren aber wirtschaftlich stark geöffnet hat), aber auch kleine diktatorisch geführte Staaten wie Kuba oder Nordkorea.
Um die Funktion dieser Wirtschaftsordnung zu erklären, möchte ich auch hier wieder auf das Beispiel mit den Äpfeln zurückgreifen:
Nehmen wir an, die Jahreszeit entspricht der Zeit der Apfelernte. Der Konsument wünscht einen Apfel. Er muss ihn im Laden besorgen, da er mit Sicherheit keinen Apfelbaum besitzt. Der Genosse Verkäufer hat aber keine Äpfel. Er muss den Kunden vertrösten und ihm erklären, dass er es dem zuständigen Genossen Vorsitzender für Apfelproduktion seiner Gegend bereits gemeldet hätte.
Dieser Vorsitzende für Apfelproduktion seinerseits hat die Nachfrage nach Äpfeln als Tatsache erkannt, da auch an anderen Orten der Umgebung Äpfel verlangt worden sind. So hat der Vorsitzende alle Bestellungen in einem Antrag zusammengefasst und diesen an die Behörde für Landwirtschaft weitergereicht. Diese Behörde hat bereits Anträge aus anderen Gegenden erhalten und fasst diese in einem weiteren Formular zusammen. Dieses Formular wird dann an die nächsthöhere Stelle weitergereicht, und so weiter und so fort. Bis schlussendlich von oberster Stelle angeordnet wird, dass insgesamt x-Tonnen Äpfel zu ernten wären. Diese Anordnung geht dann denselben Weg zurück, die zuvor die Bestellung gemacht hat. Die einzelnen Behörden teilen die zu erntenden x-Tonnen gemäss den Grössen ihrer Plantagen (den ehemaligen Kolchosen und Sowchosen) auf und reichen sie den dafür zuständigen Aufsichten weiter.
Es ist viel Zeit verstrichen. Inzwischen ist die beste Zeit für die Apfelernte vorbei. Das Obst ist teilweise schon von den Bäumen gefallen und fault. Auf vielen Plantagen kann daher nicht mehr die geforderte Menge geerntet werden. Diese Tatsache darf aber nicht an die Vorsitzenden und die Behörden weitergegeben werden, da dies eine Verletzung des Ernteauftrages wäre und bestraft würde. Für die Ernte zuständige Bauern könnten dadurch anderen Plantagen zugewiesen werden. Denn für eine kleinere Ernte braucht es nicht mehr so viele Leute. Oder es könnten Plantagen sogar aufgehoben werden. Beides wäre schlecht für die Einwohner der betroffenen Orte. Sie müssten umziehen oder sich anderen Arbeiten zuordnen lassen. So bedient man sich eben anderer Möglichkeiten, um die geforderten Tonnen doch noch zu ernten. Legt man zu jedem zehnten Apfel einen Stein hinzu, ergibt das auch Gewicht. Und Gewicht ist doch das, was gewünscht wurde.
Die geernteten Äpfel werden wieder an zentraler Stelle gesammelt, von wo aus auch sämtliche Entscheidungen gefällt und die Aufgaben angeordnet werden – so ist der Begriff zentrale Marktwirtschaft entstanden. Von diesem Punkt aus wird die Ernte wieder an die Orte und die Läden verteilt. Die Läden haben nun einen Teil Äpfel und einen weiteren Teil Steine. Die Steine sind wertlos – und die Äpfel inzwischen auch. Es ist soviel Zeit verstrichen, dass die zuvor schon nicht mehr frischen Äpfel nun nicht einmal mehr für Apfelmus verwendet werden können. Natürlich gibt es noch den einen oder anderen geniessbaren Apfel, aber diese Menge reicht eben nicht aus, um die bestehende Nachfrage abzudecken.
Man kann sich nun leicht vorstellen, wie das Spiel wieder von neuem beginnt. Erst recht, wenn plötzlich noch mehr Leute Äpfel wünschen und der Laden eine weitere Bestellung aufgeben muss.
Der ganze Ablauf hat eigentlich mit Markt überhaupt nichts gemeinsam. Er hält sich strikte an den von der Regierung ausgearbeiteten Plan. Daher wird für diese Wirtschaftsform auch der Begriff Planwirtschaft verwendet. Es gibt keine direkte Abhängigkeit zwischen Angebot und Nachfrage. Der Preis ist so geregelt, dass alle an der Ernte beteiligten Personen einen Hungerlohn erhalten und den Vorsitzenden ein Leben in Saus und Braus gestattet. Sie sind schliesslich dem Problem des Volksbedürfnisses nach einem Apfel nachgekommen und haben es intelligent und effizient mit einem Fingerschnippen gelöst. Solch weise Entscheidung muss daher auch fürstlich belohnt werden.
Die Planwirtschaft ist ein von einer einzigen, zentralen Stelle kontrolliertes Wirtschaftssystem, das strikte und stur nach einem von ihr ausgearbeiteten Plan agiert. In diesem System ist Konkurrenz ausgeschlossen, daher kann niemals Wettbewerb entstehen, welcher Preis und Nachfrage beeinflussen könnte. Einzig der Staat (die Regierung) hat Einfluss auf die gesamte Wirtschaft, er hat das Monopol und diktiert damit Angebot und Preis. Die zentrale Marktwirtschaft ist folglich eine Monopolwirtschaft.
Man merke:
Der Staat bestimmt, ob und wann man ein Produkt erhalten kann: Braucht man ein Produkt, bekommt man es nicht, und wenn man es bekommt, kann man es nicht mehr gebrauchen.
Zusammenfassend gilt für die zentrale Marktwirtschaft (Planwirtschaft):
Der Staat bestimmt Angebot und Preis ohne bedingte Berücksichtigung der Nachfrage des Konsumenten.
Soziale Marktwirtschaft
Betrachten wir nun noch die soziale Marktwirtschaft oder gesellschaftsbezügliche Marktwirtschaft, also die gegenwärtige, europäische Wirtschaftsform. Auch wenn diese Form der Marktwirtschaft sehr weit verbreitet ist, so muss doch gleich zu Beginn erwähnt werden, dass sie mehr Schein als Sein ist. In sozial schwingt eben immer ein gewisser verherrlichender Ton mit, der so etwas wie gerecht vermittelt. Weit gefehlt. Die soziale Marktwirtschaft enthält grösstenteils die Merkmale der Planwirtschaft, angereichert mit einer Prise der freien Marktwirtschaft. Sie ist damit grob erklärt eine nicht proportionale Mischung aus den beiden anderen. Sie hält sich einerseits in geringem Ausmass an den Zusammenhang von Angebot, Nachfrage und Preis und wird andererseits von einem weiteren, wesentlichen, zentralen und deregulierenden Faktor beeinflusst: von der Regierung. Diese mischt denn auch bei jedem Marktgeschehen mit und fügt den drei Grundelementen Angebot, Nachfrage und Preis weitere Elemente hinzu, welche das reibungslose Funktionieren der Marktmechanismen negativ beeinträchtigen.
Die Mehrwertsteuer [INFO] ist ein solches Element, welches ein Produkt künstlich verteuert und damit verbunden die Nachfrage danach senkt. Subventionen und Direktzahlungen an die landwirtschaftlichen Betriebe sind weitere Elemente. So kann der Landwirt seine Produkte im Laden günstiger anbieten, und erhält von der Regierung einen Zuschlag, damit sein Einkommen ein Auskommen ermöglichen soll. Der Konsument wird dadurch jedoch betrogen, da er für diese Produkte nicht nur den angeschriebenen Preis im Laden bezahlt, er bezahlt sie auch noch ein zweites Mal mit den Steuern. Die ganze Bürokratie, welche Subventionen und Direktzahlungen mit sich bringen, verschlingt zudem eine Menge Geld, das weder der Landwirt noch der Konsument jemals wieder sieht.
Subventionen und Direktzahlungen sind eine Umverteilung von Kapital, also eine typisch sozialistische Handlung. Subventionen haben ausserdem den Nachteil, dass sie den Anbau pflegeleichter landwirtschaftlicher Produkte wie Mais überaus fördern. Für den Landwirt ist dies leicht verdientes Geld. Er ist nicht daran interessiert, den Mais auch zu verkaufen. Für den kleinen Aufwand, ihn anzupflanzen und wachsen zu lassen, genügen ihm die Subventionen. Es entsteht unweigerlich ein Überangebot. Die Preise aber bleiben gleich. Würde man die Preise senken, müssten die Subventionen erhöht werden, da der Maisproduzent einen festen Lohn erwartet. Die Folge erhöhter Subventionen für Mais würde aber dessen Anbau noch weiter ankurbeln. Ausserdem widerspräche eine Preissenkung der Ideologie der Subventionen und Direktzahlungen, welche Preisstabilität erzwingen wollen. Obwohl diese nur Fiktion ist, wird sie von den sozialstaatlichen Regierungen als das zentrale Element betrachtet, um welches sich die ganzen landwirtschaftlichen Unterstützungszahlungen drehen. Fiktion darum: Gäbe es wirkliche Preisstäbilität, wären Kopfsalat, Eier oder ganz allgemein landwirtschaftliche Produkte im Winter genauso günstig zu haben wie im Sommer bzw. eher im Sommer genauso teuer wie im Winter.
Die Schweizer Regierung hatte über lange Zeit hinweg landwirtschaftliche Subventionen vergöttert. Das Resultat waren Milchschwemme, Käse- und Fleischberge. Auch heute noch – trotz eingeführter Direktzahlungen – werden jährlich tonnenweise Tomaten vernichtet, weil sie der Konsument infolge des hohen Preises nicht kaufen will oder kann. Die Lebensmittel vernichten kommt den Sozialstaat jedoch nicht so teuer zu stehen, wie deren Preise zu senken und gleichzeitig die Subventionen und Direktzahlungen zu erhöhen und damit den ganzen Wasserkopf (Behördenapparat) in Bewegung zu setzen.
Die eingeführten Direktzahlungen, die nicht mehr nur ein Produkt subventionieren, sondern ein fester Betrag an die Landwirte sind, haben bezüglich Preis kaum erwähnenswerte Vorteile gebracht. Die Schweiz belegt bezüglich der Höhe der Preise für landwirtschaftliche Produkte im weltweiten Vergleich noch immer einen absoluten Spitzenplatz (Höchstpreise). Direktzahlungen haben ausserdem den Nachteil, dass nur landwirtschaftliche Grossbetriebe davon profitieren. Die vom Bund geleisteten Zahlungen berechnen sich anhand der Grösse des Betriebes und der bewirtschafteten Fläche sowie der Art der Bewirtschaftung. Klein- und Bergbauern erhalten zu wenig oder gar keine Direktzahlungen, weil ihr Betrieb nicht die Mindestgrösse aufweist, um noch Leistungen zu erhalten. Sie veräussern ihr Gehöft an die Grossen oder geben es auf. Man spricht in der Schweiz schon seit langem vom Bauernsterben. Der Preiskampf in der Schweizer Landwirtschaft dauert bereits seit einigen Jahren an und wird wohl noch über längere Zeit weitergehen. Die Schweizer sind eben nicht besonders flexibel, dafür äusserst traditionsbewusst; allen voran die Bauern. Sie haben sich an die Subventionen gewöhnt, mit den Direktzahlungen abgefunden und sich auf diesen Lorbeeren ausgeruht. Sie haben nicht gemerkt, dass man die vergangenen Jahre hätte nutzen können, um ihre veralteten und festgefahrenen Strukturen dem veränderten Umfeld anzupassen.
Es ist aber nicht nur die Landwirtschaft, die durch die Regierung dereguliert wird. Auch der Markt für Genussmittel, pharmazeutische Produkte, Treibstoffe sowie allgemein für Importwaren ist den Machenschaften der Regierung ausgesetzt:
- Alkohol darf nur produzieren, wer eine Konzession (Bewilligung) besitzt. So wird das Angebot eingeschränkt und künstlich verringert. Der Preis steigt. Der Verkauf von Alkohol ist zudem an eine Steuer gebunden, die den Preis noch weiter in die Höhe treibt.
- Die chemische und pharmazeutische Industrie wird vom Gesundheitssystem dereguliert. Diese Industrie muss den Preis für ihre Produkte und Leistungen nicht einer schwankenden Nachfrage anpassen. Weil eben jeder Bürger gesetzlich verpflichtet ist, einer Krankenversicherung beizutreten, steigt die Nachfrage nach Medizinalprodukten künstlich an. Als Folge davon steigen die Preise für Medikamente und chemische Produkte ins Unermessliche. Verteuern sich die Medikamente, werden automatisch die Versicherungsprämien nach oben korrigiert. Hohe Versicherungsprämien verleiten den Patienten wiederum dazu, häufiger zum Arzt zu gehen und auch für Kleinigkeiten medikamentös behandelt zu werden. Die Nachfrage steigt und damit verbunden der Preis. Der Teufelskreis findet seinen Lauf.
- Treibstoffe für Fahrzeuge, Flugzeuge und Schiffe sind bis zu 90% ihres Preises mit Steuern und Zöllen belastet. Der Staat kassiert mit jedem Liter Benzin, aber auch mit jedem Liter Heizöl mächtig mit. Dahinter steckt eine raffiniert ausgeklügelte Steuerpolitik. Der Staat weiss, dass die Wirtschaft ohne diese Produkte nicht leben kann. Folglich belegt er sie mit hohen Steuern, die ihm jährlich Milliardeneinnahmen beschert – garantiert.
- Zölle sind ein Instrument der Regierung, die dem Schutz der Binnenwirtschaft dienen sollten. In Wirklichkeit sind sie nur ein Vorwand, um die Preis der betroffenen Produkte zu erhöhen und damit verbunden die Nachfrage zu senken. Das Angebot wird somit künstlich vermindert (sozialstaatlich verhindert).
Monopolbildungen sind Zeichen der sozialen Marktwirtschaft:
- Wer transportiert Deine Briefe? – Die Post.
Es gibt keine Konkurrenz zur Post, wenn Du auf Briefbeförderung angewiesen bist. Der Preis für eine Briefbeförderung ist denn in den letzten paar Jahren auch drastisch angestiegen und der Service bestenfalls gleich geblieben – oder eher zurückgegangen. Heutzutage darf man von der Post nicht mehr erwarten, dass ein heute aufgegebener Brief morgen am Zielort ankommt, obwohl man dafür nahezu doppelt so viel bezahlen muss, wie noch vor fünfzehn Jahren. - Wenn Du Dich für eine Reise im Zug entscheidest; wer bringt Dich von Frankfurt nach Berlin oder von Zürich nach Bern? – Die staatliche Eisenbahn.
Du hast nicht die Wahl, auf eine günstigerere Bahngesellschaft umzusteigen, da es nur die staatliche gibt. Und für ein Ticket muss man jährlich tiefer in die Tasche greifen, trotz Wirtschaftsflaute und geringer Teuerung. - Bei wem beziehst Du das Wasser für Deine täglichen Bedürfnisse? – Beim städtischen Wasserwerk.
Du kannst nicht auf einen besseren Lieferanten umsteigen, bei dem Du das Wasser garantiert keimfrei bekommen könntest. Der Staat hat das Monopol auf die Wasserversorgung und diktiert den Preis. - Bei wem beziehst Du das Gas für Heizung und Kochherd? – Beim städtischen Gaswerk.
Es gilt dasselbe wie beim Wasser. Auch hier kannst Du nicht auf einen Anbieter ausweichen, der Dir wirklich nur das versprochene Gas liefert und keine mit Luft angereicherte Ware, nur um den Profit des Gasverkaufs zu steigern. Der Staat besitzt das Monopol auf Gas und liefert Dir, was er will und zu welchem Preis er will. Der Gaspreis steigt denn auch mit dem Preis anderer Energieträger an, unabhängig davon, wieviel Gas konsumiert wird.
Es gibt aber noch weitere Dinge aus dem täglichen Leben, die in der sozialen Marktwirtschaft von Monopolgesellschaften erledigt werden. Man denke dabei auch an die Müllabfuhr oder an das staatliche Radio und Fernsehen, die beide ohne ihre durch das Monopol vorgeschriebenen Preise gar nicht überleben könnten, weil sie wirtschaftlich gesehen absolut ineffizient arbeiten.
Noch vor nicht allzulanger Zeit konnte man Strom aus der Steckdose nur beim staatlichen Elektrizitätswerk beziehen und Telefongespräche nur über die staatliche Telefongesellschaft führen. Hier hat sich die freie Markt teilweise durchsetzen können und dank Konkurrenz und Wettbewerb die Qualität gesteigert und den Preis gesenkt.
Man merke:
Die soziale Marktwirtschaft ist ein Auswuchs des Sozialstaates: Überall, wo Regierung und Behörde ihre Finger drin haben, verteuern sich Produkte und Dienstleistungen unnötig. [INFO]
Zusammenfassend gilt für die soziale Marktwirtschaft:
Der Staat bestimmt über Angebot und Preis mit bedingter Berücksichtigung der Nachfrage des Konsumenten.
Erkenntnis
Die zentrale Marktwirtschaft schiesst am Ziel vorbei. Aufgrund des Staatsmonopols, bekommt der Konsument nie, was er eigentlich will, und schon gar nicht, wann er es will. Und wenn er es bekommt, dann braucht er es nicht mehr (oder besser: dann kann er es nicht mehr gebrauchen). Die Planwirtschaft trägt den Bedürfnissen des Individuums überhaupt keine Rechnung.
Die soziale Marktwirtschaft hat zu viele Faktoren, die auf das Wirtschaftsgeschehen Einfluss nehmen. Vielfach kann man daher die Auswirkungen im voraus gar nicht richtig abschätzen, auch wenn unsere Politiker diese Tatsache gerne zurückweisen und behaupten, sie hätten alles im Griff. Wir dürfen nicht vergessen, dass der gegenwärtige Zustand unseres Systems, der einiges zu wünschen übrig lässt, doch das Resultat der Politik unserer Regierungen ist. Und dieser Zustand ist jedenfalls weit davon entfernt, als dass ihn irgendwer auch nur annähernd im Griff haben könnte. Die Politik ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und scheut keine Kosten, Aufwände und Mühe, um jene die es besser machen können auszuschalten. In der Politik herrscht ein gnadenloser Kampf um Macht und Position – zum Leidwesen des Individuums. Da verbleibt nicht mehr viel Zeit, sich der wirklich wichtigen Dinge und Probleme anzunehmen.
Die soziale Marktwirtschaft führt – unter anderem eben aufgrund dieses politischen Machtgerangels – zu überteuerten und mehrfach zu bezahlenden Produkten und ist konsumentenunfreundlich. Sobald zu den regulierenden Elementen Angebot, Nachfrage und Preis ein weiteres Element versucht das Marktgeschehen zu beeinflussen, fällt der Markt aus dem Gleichgewicht und wird dereguliert, ja zerstört. Die soziale Marktwirtschaft ist somit ein durch den Staat deregulierter Markt. Ausserdem fördert sie die Bildung von Monopolen und begünstigt diese sogar noch zusätzlich.
Die freie Marktwirtschaft ist einfach, logisch, verständlich und überschaubar. Der Konsument hat immer die Möglichkeit, die Ware zum besten Preis zu bekommen. Sie richtet sich immer nach dem vorhandenen Angebot und nach den Bedürfnissen des Individuums und seiner Nachfrage. Die freie Marktwirtschaft verhindert ausserdem die Bildung von wirtschaftsgefährdenden Monopolen.
Angebot, Nachfrage und Preis regulieren den Markt frei.
Erst wenn wir real feststellen können, dass wir eine echte Volkswirtschaft haben, also eine Wirtschaft für das Volk, und kein Wirtschaftsvolk sind, an welchem sich die Wirtschaftsbosse zu ihrem persönlichen Nutzen – sozialstaatlich legitimiert und geregelt – vergreifen können, wird unser Leben richtig lebenswert.
Schlussfolgerung
Um nun die beste der beschriebenen Wirtschaftsformen zu krönen, möchte ich auf die die Erklärung derer und den daraus resultierenden Erkenntnissen zurückgreifen:
Die zentrale Marktwirtschaft ist wohl kein weiteres Wort mehr wert. Bereits die Erklärung dieses Wirtschaftssystem lässt sie als mögliche Siegerin ausscheiden. So bleiben noch die soziale und die freie Marktwirtschaft übrig. Die soziale Marktwirtschaft jedoch versagt, weil sie konsumentenunfreundlich und aufgrund ihrer künstlich hochgeschraubten Preise nicht für jedes Individuum bezahlbar ist. Sie ist ungeeignet für das Wohl des Individuums, unüberschaubar und komplett verfehlt. Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation in Europa zeigt, dass die Utopie soziale Marktwirtschaft gescheitert ist. Je sozialer die Marktwirtschaft sein soll, desto näher kommt sie der Planwirtschaft und desto weniger funktioniert sie.
Lediglich die freie Marktwirtschaft hebt sich weit von den anderen beiden ab, da sie dem Individuum immer den besten Preis bietet und sich ausschliesslich nach seiner Nachfrage richtet. Der Konsument bezahlt nur den Preis für die Ware bzw. die Dienstleistung und nicht noch zusätzlich die Subventionen für die Landwirtschaft (die Schweizer Landwirte sind so vermögend wie nie zuvor, dank Subventionen und Direktzahlungen), den Strassenbau, die Altersvorsorge und tausende andere Dinge und Institutionen, durch die sich auch etliche Parasiten und Schmarotzer zu bereichern versuchen (siehe dazu auch das Kapitel Verantwortung im Thema Gesellschaft [VERWEIS]).
Wann immer man sich für ein Wirtschaftssystem entscheiden muss, wird die Wahl auf die freie Marktwirtschaft fallen.
Bemerkung
Die wirtschaftliche Abart
Diese Form baut auf der sozialen Marktwirtschaft auf, hat aber mit dem Begriff Markt keine Gemeinsamkeiten. Sie lässt denn auch das Merkmal Angebot weg und setzt voraus, dass es immer ein Angebot gibt. Anstelle von Angebot bedient sie sich des neuen Merkmals Profit und definiert die Zusammenhänge wie folgt:
- Der Profit muss steigen.
- Profit und Nachfrage regeln den Preis.
Die Folge dieser Abart ist:
Egal, wie klein oder gross die Nachfrage ist, der Preis steigt immer. Umso mehr, je kleiner die Nachfrage ist.
Praktiziert wird diese wirtschaftliche Abart vorwiegend in der Schweiz beim öffentlichen Verkehr, bei der Post, bei Geldinstituten und Banken sowie beim Detailhandel und auch bei den Mietobjekten (Wohnungen und Liegenschaften): Überall werden die Leistungen und die Qualität der Leistungen massiv abgebaut. Die Kunden laufen den Geschäften davon, trotzdem (oder besser: genau darum) steigen die Preise stetig und unaufhaltsam an.
Der Gesetzgeber schreibt diese Praktik unter anderem im Mietrecht sogar vor: Wirft ein Objekt keine angemessene Rendite ab, so muss die Miete soweit erhöht werden, bis die gewünschte Rendite erreicht wird. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Mietzinsaufschlag die Jahresteuerung um ein Vielfaches übersteigt. So ist es nicht weiter verwunderlich, wenn die Schweiz ein jährliches Wirtschaftswachstum von kümmerlichen 0.7% ausweist, gleichzeitig aber eine Jahresteuerung von 1.4% hat (Frühling 2004 bis Frühling 2005).
Diese Abart ist die perfideste Wirtschaftsform überhaupt. Sie hat als einziges Ziel, auf Kosten des Individuums einen persönlichen Vorteil für eine Gesellschaftsvertretung zu schaffen (beachte dazu auch das Kapitel Verantwortung im Themenbereich Gesellschaft [VERWEIS]).
Zur Mehrwertsteuer
Eine staatliche Abgabe (Steuer) auf allen Gütern und Dienstleistungen, die vom Endverbraucher zu entrichten ist.
Der Staat (genauer: die Regierung) bestimmt die Höhe der Steuer. Meistens beträgt sie einen bestimmten Prozentsatz des Wertes eines Produktes oder einer Leistung. Die höchsten Werte von 22 und 25% sind in Finnland und Ungarn zu finden. Die tiefsten in verschiedenen Staaten der USA um 4%.
Händler in Staaten mit einer hohen Mehrwertsteuer tendieren dazu, ihre Produkte und Dienstleistungen nicht mehr offiziell zu vermarkten sondern unter der Hand auf dem Schwarzmarkt. Meistens sind es kleine Unternehmen oder Personen, die auf diese Weise ihre Ware zu einem günstigeren (gerechten) Preis anbieten. Der Staat geht dadurch leer aus, dafür hat der Händler einen Kunden gewonnen. Diese Praktik ist zwar illegal, jedoch die logische Folge hoher Abgaben und Steuern.
Die Mehrwertsteuer wird ihrem Namen nicht gerecht. Ein Produkt ist nur aufgrund eines künstlich erhöhten Preises nicht automatisch auch mehr wert. Es trifft eher das Gegenteil zu: ein hoher Preis schreckt Konsumenten ab. Das Produkt erhält dadurch für den Konsumenten einen Minderwert. Das Produkt ist seinen Preis nicht mehr wert.
Eine treffendere Bezeichnung der Mehrwertsteuer wäre daher: Wertverminderungssteuer.
Zu den überteuerten staatlichen Leistungen:
Die Kosten für die Leistungen der Staatstätigkeit sind massiv überteuert. Zurückzuführen ist dieses Faktum auf die Monopolstellung des Staates in vielen Bereichen und auf die Einmischung des Staates in nahezu alle Angelegenheiten des täglichen Lebens.
Kaspar Rosenbaum hat zu diesem Thema in seiner Serie Es ist nicht so einen interessanten Artikel in der Januar-Ausgabe 2003 des Magazins eigentümlich frei verfasst, der den Nagel präzise auf den Kopf trifft:
Die wahren Kosten der Staatstätigkeit
(Es ist nicht so Nr.6)
Das durchschnittliche Einkommen in der BRD wird nach Angaben des Bundes der Steuerzahler je nach Berechnungsmethode mit etwa 53 bis 55 Prozent Abgaben (die Summe aus allen direkten und indirekten Steuern sowie Sozialabgaben) belastet. Auch wenn es bei manch einem (gutverdienenden Single) schnell 70 Prozent und mehr werden und bei anderen (schlechtverdienenden Großfamilien) eher weniger, so könnte also der durchschnittliche BRD-Untertan ohne den kleptokratischen Staatszugriff mehr als doppelt so reich sein.
Nun kommen aber leider noch unzählige sozialistische Beschränkungen des täglichen Lebens durch den Staat hinzu. Etwa sind die Handwerker in der BRD durch ständestaatliche Monopolzuteilungen kaum mehr bezahlbar. Andere staatliche Zwangsmonopole, die wir teuer bezahlen müssen, sind jene von Apotheken und Ärzten, wenn wir krank sind, oder jene von Bestattern und Friedhöfen, wenn wir nicht mehr gesund werden. Dazu kommen die Schornsteinfeger und viele andere Glücksbringer in eigener staatlich regulierter Monopolsache. Rechnen wir den Wohlstandsverlust hinzu, den wir erleiden, weil wir nach 20 Uhr oder Sonntags nur an teuren Tankstellen einkaufen dürfen, und addieren wir auch noch die hohen Inflationskosten durch das staatliche Monopolpapiergeld, so würde schnell noch einmal der doppelte Reichtum bzw. die Hälfte an Belastung erreicht, wenn all diese staatlichen Zuteilungen entfallen würden. Hans Mustermann wäre also ohne Staat eher 4 mal reicher.
Dazu kommen die Fälle, in denen der Staat uns zwingt, Dienstleistungen und Waren zu Schwarzmarktpreisen zu erwerben (etwa wenn wir eine Waffe, Drogen, Glücksspiel oder bestimmte Liebesdienstleistungen erwerben wollen). Da der Verkäufer oft ein hohes Risiko aufgrund der Strafandrohungen des Staates eingeht, erhöht sich der Preis und die Qualität sinkt. Rechnen wir noch die Ausgaben hinzu, die uns nur durch die Staatstätigkeit erst entstehen (etwa Steuerberaterkosten) oder sogar von ihr aufgezwungen werden (etwa Katalysator oder Anschnallgurte im PKW oder der auch noch reguliert-monopolisierte, sündhaft teure Führerscheinerwerb) und addieren wir noch den wirtschaftlichen Verlust, den wir durch Zwangsdienste (Wehr- und Zivildienst) zu erdulden haben, so verdoppelt sich sehr schnell noch einmal der Wohlstand, wenn der Staat sich aus diesen Dingen heraushält. Hans wäre also ohne Staat nun schon 8 mal so wohlhabend.
Und dies sind nur die direkten Wirkungen. In freien Gesellschaften ist jedoch nicht nur jeder einzelne wesentlich wohlhabender, nein auch der allgemeine Wohlstand wächst mit jedem Prozent Abnahme der staatlichen Einmischung. Vergleichen wir etwa einen durchschnittlichen BRD-PKW mit dem Trabi oder das Warenhausangebot von Singapur mit dem in Nordkorea. Oder vergleichen wir den allgemeinen Lebensstandard von heute mit dem von vor wenigen Jahrzehnten: Hier hat der (stark reglementierte und eingeschränkte) Markt dafür gesorgt, dass heute jeder einen Farbfernseher, jeder eine Mikrowelle und bald jeder einen Computer besitzt. Wie sehr würde die Innovationsfähigkeit erst steigen, wenn staatliche Beschränkungen fallen würden? Noch einmal um das Doppelte – das ist eine ganz sicher sehr vorsichtige Schätzung.
Hans Mustermann wäre also in der freien Marktwirtschaft 16 mal vermögender als heute. Oder anders ausgedrückt: Bei seinem heutigen Einkommen wären die Preise, die er im täglichen Leben bezahlen müsste, gerade einmal ein Sechzehntel so hoch. Das heißt, dass uns ein PKW für heute 16.000 Euro gerade einmal 1.000 Euro kosten würde. Ein Brötchen nicht mehr 32 Cent, sondern 2 Cent. Eine Ausgabe dieser Zeitschrift würde nicht mehr 5 Euro, sondern 31 Cent kosten und der neue Aldi-Hochleistungs-Computer wäre für 75 Euro statt 1.200 Euro zu haben.
Wir haben schätzen müssen. Vielleicht wird das durchschnittliche Einkommen durch den Staat auch um das 20-fache gesenkt, vielleicht auch nur um das 10-fache. Ganz sicher ist es aber nicht so, dass der Staat uns nur um die Hälfte unseres Einkommens beraubt, wie – z.B. von Hans Mustermann – angenommen wird.
Dass Freiheit an sich ein Wert ist, mag Hans Mustermann nicht verstehen. Und ein um die Hälfte reduziertes Einkommen nimmt er hin, um Risiken der Veränderung zu vermeiden. Aber wird Hans auch so gelassen bleiben, wenn er erfährt, dass er sich ohne Staat jeden Monat ein neues Auto kaufen könnte? Wir sollten es ihm sagen!